Alpine

Leider bleibt in dieser bezaubernden Berglandschaft keine Zeit die Piste runterzubrettern oder an der Hotelbar abzuhängen. Stattdessen gilt es Geiseln zu befreien, denn Alpine war eine der wenigen Maps im Mapcore Big Adventures Mapping Contest, die sich dem weniger beliebten Kartenszenario widmete.

Spezialeinheit statt Pistensau

Schon vor dem Wettbewerb spielte Lukyvald mit dem Gedanken eine Geiselbefreiungskarte für Counter-Strike 2 zu erstellen, hatte allerdings noch keine konkreten Ideen. Letztendlich entschied er sich ein Skiresort zu bauen und entwickelte diese Idee zusammen mit g3om, Twinnie, zavaro und euso weiter. Und trotz der Entschediung für den Geiselbefreiungsmodus sollte es Alpine im besagten Mapping Contest noch weit bringen…

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Brrr! Ganz schön kalt hier!

Schon in den ersten Sekunden, wenn man die schneebedeckten Dächer sieht, die zahllosen eingeschneiten Bäume wahrnimmt und die gar nicht so weit entfernten Bergspitzen erspäht, versetzt es einen direkt in die richtige Stimmung. Dabei ist es egal, ob man im echten Leben selbst Ski fährt oder nicht. Die pure Schönheit der Umgebung lädt dazu ein das Skiresort zu erkunden. Der leichte Schneefall, die beständigen Windgeräusche und die fahrenden Gondeln sorgen für eine ausreichend lebendige Atmosphäre.

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Alpine überzeugt mit seiner Landschaft und Atmosphäre.

Das Skiresort selbst ist in einem modernen Stil gehalten. Trotzdem mangelt es dank Kanten, Verkleidungen, Natursteinwänden und anderen Elementen nicht an Details. Es wirkt alles sehr gemütlich und einladend. Der Hoteleingang ist exemplarisch für die gute Optik. Das viele Holz, die besonders geformten Lampen, die großen Fenster und nicht zuletzt die Spiegelungen im Boden ergeben ein harmonisches und freundliches Gesamtbild. Wäre es ein realer Ort, würde man hier gerne ein paar Tage Urlaub verbringen.

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In diesem stilvollen Hotel würde man gerne einchecken.

Die Therme als nicht weniger wichtiges Nebengebäude hat ihre ganz eigenen markanten Elemente. Hier erzeugt sowohl außen als auch innen vor allem die Architektur einen Kontrast zu den Räumlichkeiten des Hotels. Beispielsweise ist der Eingangsbereich etwas pragmatischer und nicht ganz so hell beleuchtet, dafür ist er mit passenden Details wie herumhängenden Bademänteln und im Regal bereitliegenden Handtüchern geschmückt und besitzt ebenfalls stilvolle Deckenlampen. Und das Thermalbecken selbst bietet mit seiner großflächigen Glasfassade einen Ausblick auf die umliegende Berglandschaft.

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Die Therme hat ihren eigenen Stil, ist aber genauso einladend.

Neben den stilvollen Innenbereichen bietet Alpine auch in den Außenbereichen genau den richtigen Detailgrad. Vor allem die vielen einsehbaren Bereiche, die außerhalb des Spielbereichs liegen, lassen das Resort größer und echter wirken. Ansonsten sind es auch die vielen kleinen Details wie eingepackte Bäume, ein kleiner Schneemann mit einem Holzeimer als Kopf und Kochlöffeln als Arme, Schneeschippen und andere Gerätschaften oder auch einfach Ski, die eine Tür blockieren. In der Realität würde es solche Details wahrscheinlich nicht in diesem Ausmaß geben, aber im Spiel verleiht es der Optik noch etwas Würze, ohne dass die Umgebung zu überladen wirkt.

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Kleine Details wie diese durch Ski versperrte Tür fallen vielleicht nicht bewusst auf, machen aber viel aus.

Hüttengaudi

Unabhängig davon, dass es sich um eine Geiselbefreiungskarte handelt, musste Alpine für den Mapcore Mapping Contest möglichst ausbalanciert und wettkampforientiert sein. Leider gibt es für diesen Modus natürlich weniger Referenzen und Vorzeigekarten, mit denen man sich vergleichen kann. Davon ließ sich Lukyvald aber nicht beeinflussen und realisierte seine Vision des Szenarios, wobei er natürlich auch das Feedback aus Playtests miteinbezog.

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Bevor jemand fragt: Links geht es zur Bar.

Wie schon andere Projekte zuvor versucht auch Alpine die Dynamik der Entschärfungszenarien zu reproduzieren. Die Geiseln sind etwas vom T-Spawn entfernt und haben feste Spawnpunkte. Die Timings sind entsprechend so ausgelegt, dass schnelle Manöver durchaus Potenzial haben.

Das Layout folgt aber nicht exakt dem Standardprinzip der Entschärfungskarten. Es gibt zwei Hauptrouten, von denen sich eine noch einmal aufteilt. Die Routen sind sich dabei relativ ähnlich, es gibt keine spielerischen Besonderheiten, die herausstechen. Höhenunterschiede sind dank der Lage am Berg automatisch gegeben, fallen aber an keiner Stelle zu krass aus.

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Hier teilt sich eine der Routen auf: Links ist sozusagen die Mitte, rechts gehts direkt zur Geisel in der Therme.

Positiv fällt auf, dass jegliche Deckung scheinbar Teil des Designs ist und nicht zwanghaft platziert wirkt. Kisten sucht man auf dieser Map vergeblich, man findet höchstens noch etwas deplatzierte Möbelstücke vor. Bei der Geisel im Hotel besteht die Deckung beispielsweise aus der Theke an der Bar und einem großen Kamin.

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Das mit der Deckung haben die Autoren wirklich clever gelöst.

Während es an den Engstellen zu intensiven Aufeinandertreffen kommt, bietet sich dennoch oft genug die Möglichkeit dem Gegner in den Rücken zu fallen. Aber auch wenn eine Geisel erreicht wurde, haben die Terroristen stets eine Chance hinterherzukommen und den CTs noch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Nahe der Befreiungszone ergeben sich durch eine prominent platzierte Hütte noch unterschiedliche Wege für die letzten Meter. Das ist besser gelöst als beispielsweise auf Italy, weil dadurch wiederum die CTs in einem finalen Feuergefecht bessere Chancen haben.

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Dank dieser begehbaren Hütte und den verschiedenen Laufwegen bleiben die letzten Meter spannend und fair.

Fazit zu Alpine

Und jetzt alle: „Schiiifoan!“… Auf Alpine kommt man einfach in Wintersportstimmung. Die kühle, aber gleichzeitig reizvolle Berglandschaft mit dem Skiresort begeistert mit Sicherheit auch die Spieler, die im echten Leben keine Pistensäue sind. Alle Bereiche wurden mit dem nötigen Blick fürs Gameplay gestaltet und optisch kreativ umgesetzt. Auch die Tatsache, dass hier Geiseln gerettet statt Bomben entschärft werden, darf kein Ausschlusskriterium sein. Ansonsten verpasst man eine wirklich großartige Map, die dem zweiten Platz im Mapcore Big Adventures Mapping Contest durchaus gerecht wird.

Download: Alpine im Steam Workshop