Anubis

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de_anubisjd40, jakusza64, Roald

Beim Mapcore Mapping Contest 2019 / 2020 hat Anubis den ersten Platz belegt. Außerdem schaffte die Map den Sprung von den Scrimmage Maps in das Ranked Matchmaking. Es besteht also kein Zweifel, dass es sich um eine fantastische Map handelt. In unserem Review möchten wir genauer beleuchten, was das Werk von Roald, jd40 und jakuza so besonders macht.

Göttliche Optik

Das Flair des alten Ägyptens mit seinen mächtigen Tempelbauten wird auf diesem virtuellen Schlachtfeld versprüht. Die Spieler bekommen Tempelruinen inklusive dem umgebenden Dorf und seinen Markt als Spielareal geboten. Anubis besteht fast zu 100% aus Custom Content. Nur wer explizit danach sucht, findet hier und da vereinzelte Models, die zum ursprünglichen Repertoire von CS:GO gehören.

de_anubis cs go

Auch diese Map arbeitet mit wenigen unterschiedlichen Farben. Die Eintönigkeit passt aber gut zum Thema. Das dominierende Gestein wird gebietsweise mit Orange verziert. Vereinzeltes Blau und Grün dienen als Schmuckfarben und lockern die Monotonie etwas auf. Dabei fällt auf, dass die Autoren bei der Farbgebung sehr konsequent waren. Bauwerke haben an allen Seiten das gleiche Farbschema.

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Das ist einer von vielen Faktoren, die die Optik so glaubwürdig machen. Auch Anubis ist kein Nachbau eines realen Ortes, wirkt aber als Spielumgebung absolut realistisch. Denn genau solche ägyptischen Ruinen wollen wir in einem Spiel doch sehen: Gigantische Bauwerke mit schönen Verzierungen, denen man aber auch ihr Alter ansieht. Die wenigen Stellen, an denen man über die eigentliche Map hinaus in die Ferne blicken kann, tragen ebenfalls ihren Teil zur einzigartigen Atmosphäre bei.

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Autor Roald macht keinen Hehl daraus, dass er sich zu Beginn des Projekts von Assassins Creed inspirieren ließ. Natürlich hat er die Optik nicht einfach kopiert. Stattdessen hat er die Referenzbilder in eigene Ideen umgewandelt. Und die vielen Details etablieren schließlich das Thema und machen das Setting glaubwürdig und gleichzeitig atemberaubend.

Das schöne Wasser, die passenden Verzierungen oder auch einfach nur das alte Gemäuer der Ruinen – alles passt wunderbar zusammen. Der Detailgrad ist dabei vielerorts so hoch, dass Anubis sogar die ein oder andere offizielle Map von Valve im Schatten stehen lässt. Sie gehört optisch zum besten, was CS:GO zu bieten hat.

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Keine Gameplay-Mumifizierung

Das Layout von Anubis ist für eine normale Map relativ komplex. Es konserviert nicht einfach nur typische Counter-Strike Gameplay-Elemente, so wie es bei vielen anderen Maps der Fall ist. Die Autoren sind hier und da einen Schritt weiter gegangen.

Der Drop von der Brücke in der Mitte runter ins Wasser ist beispielsweise eine coole Idee. Auf diesem Weg können Spieler verdammt schnell zum Bombenplatz B gelangen. Allerdings ist die Landung im Wasser auch deutlich hörbar und in der Nähe befindliche Gegner wissen sofort Bescheid, wo man sich befindet.

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Allgemein ist die Ortung durch Hören auf dieser Map sehr gut möglich. So gibt es zwei Holzwege, nämlich einen durch das Wasser Richtung A und einen von der Mitte zu B. Beide Wege sind elementar wichtig und liegen soweit auseinander, dass das Hören von Laufgeräuschen auf Holz sofort einer ziemlich genauen Position zugeordnet werden kann.

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Wer Bombenplatz A verteidigt, hört bei schnellem Anrücken der Gegner direkt die Holz- und / oder Wassergeräusche und kann einen Rush rechtzeitig ansagen, ohne die Gegner gesehen zu haben. Dafür haben die Angreifer die Möglichkeit Granaten durch zwei dafür vorgesehene Fenster zu werfen. Auch das offene Dach kann genutzt werden, um Rauchgranaten von außen auf den Spot zu werfen. Der Bombenplatz hat außerdem verschiedene Höhen, was wiederum gutes Aiming der Spieler erfordert.

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Auf der anderen Seite der Map ist das weniger der Fall. Bombenplatz B erfordert eher eine durchdachte Vorgehensweise. Hier kommt es mehr darauf an, wann gepusht wird und wie der Spielzug durch Granaten unterstützt wird. Es gibt genau eine relativ sichere Ecke für einen “Default Plant”, aber natürlich auch etwas Spielraum für Plants mit anderen Verteidigungsmöglichkeiten. Nach einer gelegten Bomben die Runde noch zu gewinnen, ist für die CTs auf diesem Spot deutlich schwerer.

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Ebenfalls nicht ganz einfach ist die Mitte. Die Timings spielen hier etwas den Angreifern in die Hände, sofern diese Granaten dabei haben. Um das zu kontern braucht es schon einen aggressiv spielenden CT. Durch einen doppelten Durchgang, der auf einer Seite mit Holztoren versehen ist, wird die Mitte quasi zweigeteilt.

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Die Tore bieten den Angreifern die Möglichkeit noch etwas Informationen einzuholen, falls der Durchgang nebenan durch eine Rauchgranate abgedeckt wird. Allerdings sorgen die Tore auch für eine fiese Ecke, in der ein Gegner lauern kann. Wird die Brücke mit ihrem Dropdown ins Wasser außer Acht gelassen, dann haben die CTs im verbleibenden Teil der Mitte zumindest noch die Möglichkeit verschiedene Positionen einzunehmen, die eher defensiv gespielt werden können.

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Fazit zu de_anubis

Anubis ist ein verdammtes Meisterwerk. Deshalb hat Valve die Map nach ihrem Sieg beim Mapcore Mapping Contest ins Competitive Matchmaking aufgenommen. Visuell ist sie absolut erhaben, die Autoren haben wirklich alles aus der alten Source Engine herausgeholt. Die gewisse Komplexität des Layouts fordert die Spieler, alle Gameplay-Elemente sind aber durchdacht und sehr gut umgesetzt.

Es gibt nicht wirklich etwas Bedeutendes, das man an dieser Map kritisieren könnte. Anubis gehört zu den besten Custom Maps in der Geschichte von CS:GO.

Download: de_anubis im Steam Workshop